“Wenn das Gefüge LehrerInnen-Eltern-SchülerInnen intakt ist, werden die beeindruckensten Resultate erzielt”: Marius Steies (Deutsche Abteilungsleitung)

Erstellt von José Ríos Mercado |

Um die Standpunkte der Akademischen Direktorinnen und Direktoren unserer Schule über die Arbeit ihres Bereiches in der gegenwärtigen Situation darzustellen, stellen wir nachfolgend das Interview mit dem Direktor der deutschen Abteilung, Marius Steies, vor.

Welchen Herausforderungen musste sich Ihr Fachbereich in Zeiten der Quarantäne stellen?

Die Früherkennung von Problemen an der Gestik und Mimik unserer Schülerinnen und Schüler ist im virtuellen Raum definitiv schwieriger. Es ist daher sehr wichtig, dass wir als Lehrerinnen und Lehrer in Reflexionsphasen nicht nur herausfinden, welche inhaltlichen oder lingustischen Schwerpunkte wir eventuell verstärkt behandeln müssen, sondern auch den Kindern die Werkzeuge und das Selbstvertrauen geben, um ihre Stärken und Schwächen eigenständig zu erkennen und zu kommunizieren.

Eine weitere Herausforderung war es natürlich auch – wie für alle anderen Fachbereiche und Sektionen - innerhalb weniger Wochen unsere Materialien zu digitalisieren und unsere Lehrgewohnheiten in Windeseile mithilfe von Fortbildungen und individuellen Arbeitsphasen abends, nachts und an Wochenenden in die Virtualität zu übertragen.

Welche Lehren konnten Sie aus dieser Zeit ziehen?

Die größte Erkenntnis ist sicherlich diese, dass Schule höchst anpassungsfähig ist. Unsere Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer haben bewiesen, dass die Vermittlung von Wissen und das Erreichen von akademischen Zielen auch im virtuellen Raum funktionieren kann.

Das liegt natürlich zu großen Teilen an der Motivation der Schülerinnen und Schüler, sich ständig weiterentwickeln zu wollen, und am unbegremsten Interesse der Lehrerinnen und Lehrer, jeden Einzelnen individuell und weitestmöglich anzutreiben; das Vertrauen spielt hierbei eine wichtige Rolle. Wenn das Gefüge LehrerInnen-Eltern-SchülerInnen intakt ist, werden die beeindruckensten Resultate erzielt.

Wie sieht der Schuljahresbeginn 2020/21 für Ihren Fachbereich aus?

Erfahrungsgemäß fällt es manchen Schülerinnen und Schülern leichter als anderen, aus dem "Schlaf der Sommerferien" zu erwachen. Als Fachschaft ist es daher ganz besonders wichtig, mit verschiedensten methodischen und spielerischen Mitteln, das Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit zu wecken.

Gerade in den Sprachen müssen die Lernenden sprechen, um sich zu verbessern. Ein großer Vorteil, der sich durch die Virtualität bietet, ist, dass sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrerinnen und Lehrer durch Mikrofon und Kopfhörer direkt in den Ohren des anderen landen. Ein genaues Hinhören und Reproduzieren ist somit um ein Vieles leichter. Wichtig bleibt aber, dass die Motivation zur Mitarbeit überhaupt da ist. Hier zählen wir auch auf die Unterstützung der Eltern.

Wie sehen die Pläne für Projekte in Ihrem Fachbereich aus?

Es ist uns wichtig, unsere Traditionen nicht aufzugeben. Daher finden auch in der nahen Zukunft alle kulturellen Projekte wie der Deutschlandtag, die EXPO-Länder, Sankt Martin, etc. statt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass wir uns auch hier virtueller Galerien bedienen werden, in denen wir unsere Lernprodukte mit der Schulgemeinschaft teilen werden.

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